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Den Artikel aus den BNN vom 18. August möchte ich euch nicht vorenthalten;-)

Sommerblütenhonig ist weniger üppig als sonst

Trotz der jüngsten Trockenphase sind die Imker in der Region mit dem Jahresergebnis zufrieden

Von unserem Mitarbeiter Alexander Werner

Ihre Arbeit haben die Honigbienen für dieses Jahr getan. Von April bis Juni herrscht bei den Bienen Hochbetrieb. Die Imker in der Region sind weitgehend mit der Saison zufrieden. 2019 sei die Blütezeit wegen Kühle und Nässe zu kurz und die Völker seien während der Tracht, des Eintrags an Nektar und Pollen, noch nicht stark genug gewesen, berichtet Imker Eric Windmeier. Von der Tracht her habe das Jahr 2020 dagegen relativ gut begonnen und sich von der ersten großen Tracht bei der Kirschblüte Anfang Mai eigentlich gut entwickelt, so der Blankenlocher.

Dann aber habe die Trockenheit mit weniger Nektar und nur wenig Honigertrag eingesetzt. Unterm Strich spricht Windmeier von einer bei ihm dreifach höheren Ertragsmenge als im Vorjahr. Es hätte 2020 jedoch mehr sein können, wenn es feuchter gewesen wäre. Letztlich hänge es auch immer vom Standort ab. Die Nachfrage nach seinem Honig sei hoch und der Preis über die Jahre konstant. Seine 13 Völker hat Windmeier auf Flächen in Friedrichstal, Hagsfeld und am Michaelsberg in Untergrombach.

Thomas Stiefel aus Blankenloch schätzt das Jahr als normal ein. Das Frühjahr sei nicht schlecht gewesen, allerdings sei wegen der späteren Trockenheit der Sommerblütenhonig ausgefallen. Bei 30 Völkern und Standorten in Leopoldshafen und Blankenloch wandert er mit den Bienen in Bad Herrenalb für Waldhonig in Edenkoben für Edelkastanienhonig und im Kraichgau für Rapshonig. Wie er erläutert, spielen Blühstreifen für den Sommerblütenhonig eine wichtige Rolle. Mit der Trockenphase aber sei alles schnell verblüht. Ohne die Blühstreifen habe es Ende Juli keine Tracht mehr gegeben, so Stiefel. Seine Bienen habe er bereits für den Winter eingefüttert. Bei der Nachfrage nach Honig fällt Stiefel auf, dass mehr deutschen Honig als früher gekauft werde.

Gegenüber den beiden Stutenseer Nebenerwerbsimkern ist Helena Raff aus Linkenheim-Hochstetten mit ihren rund 80 Völkern Berufsimkerin. Auf Wanderschaft begibt sie sich meist mit ihrem Schwiegervater Manfred Raff, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Imkerverbands. Er verfügt noch über 20 Völker. Auch Helena Raff hat an 2019 weniger gute Erinnerungen. Beim Wandern sei 2019 der Schwarzwald komplett und damit schon allein ein Sechstel des Ertrags ausgefallen. 2020 sei zufriedenstellend, im Vergleich zu 2019 sehr gut verlaufen, resümiert die Imkerin. Wie Manfred Raff ergänzt, hätten sich die trockenen Ostwinde im Frühjahr nachteilig ausgewirkt. Juni und Juli seien gut gewesen, speziell für die Völker, die in der hiesigen Gegend gestanden hätten, so seine Schwiegertochter. Auch Raffs bestätigen, dass die Trockenheit, die vor rund einem Monat begonnen hat, zu leeren Blüten geführt hat. Die Bienen würden dann ihre Vorräte fressen, jetzt seien sie gefüttert worden. „Sehr gut war der Ertrag im Schwarzwald. Die Weißtanne hat super gut gehonigt“, betont Manfred Raff. Bei guter Nachfrage machten auch Raffs die Erfahrung, dass offensichtlich wegen der Corona-Pandemie noch mehr Menschen auf regionale Erzeugnisse umgestiegen sind. Nach bisherigen Erkenntnissen der befragten Imker hält sich der Schädlingsbefall in diesem Jahr wohl eher in Grenzen.

Foto: Saisonende: Helena Raff und ihr Schwiegervater Manfred Raff, der ehemalige Vizepräsident des Imkerverbands, haben ihre Bienenvölker für den Winter eingefüttert. Foto: Alexander Werner

BNN, 18. August 2020

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